Stell dir vor, du kaufst 1969 eine Konzertkarte für eine berühmte britische Rockband.
Du gehst voller Vorfreude in den Saal.
Vier junge Musiker kommen auf die Bühne.
Sie sehen aus wie Rockstars. Sie tragen die passende Kleidung, spielen die passenden Songs und werden dem Publikum als die berühmte Band angekündigt.
Nur eines stimmt nicht:
Es sind gar nicht die echten Musiker.
Genau das geschah 1969 in den USA.
Die britische Psychedelic-Rock-Band The Zombies hatte bereits zwei Jahre zuvor aufgehört zu existieren. Doch dann geschah etwas Unerwartetes: Ihre alte Musik wurde wieder populär, und plötzlich gab es in Amerika eine Nachfrage nach Auftritten.
Ein amerikanischer Promoter fand dafür eine höchst ungewöhnliche Lösung.
Er stellte kurzerhand eine neue Gruppe junger Musiker zusammen und schickte sie als The Zombies auf Tour.
Die jungen Männer waren keine Mitglieder der ursprünglichen Band. Sie waren Musiker aus Texas, die nun den Namen und die Identität einer bereits aufgelösten britischen Gruppe übernehmen sollten.
Und das Erstaunliche:
Das Publikum merkte zunächst nichts.
Die falschen Zombies traten auf, posierten für Werbefotos und wurden als die echte britische Band angekündigt.
Die Sache flog schließlich auf und entwickelte sich zu einem bemerkenswerten Rock'n'Roll-Skandal. Die Geschichte sorgte sogar für Aufmerksamkeit in der Musikpresse und wurde später ausführlich dokumentiert.
Noch kurioser wird die Geschichte, wenn man weiß, wer zu dieser Gruppe gehörte.
Zwei der jungen Musiker sollten später selbst Rockgeschichte schreiben: Dusty Hill und Frank Beard, die später als Mitglieder von ZZ Top weltberühmt wurden.
Damit bekommt die Geschichte eine fast unglaubliche Pointe:
Eine Gruppe junger Musiker aus Texas spielte 1969 eine britische Band, die es zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht mehr gab.
Und zwei dieser „falschen Zombies“ wurden später selbst zu Rocklegenden.
Manchmal braucht es im Rock'n'Roll offenbar nicht einmal die richtige Band.
Es reicht, wenn jemand glaubt, dass sie auf der Bühne steht.