Der Rockstar, der sein eigenes Begräbnis veranstaltete

Der Rockstar, der sein eigenes Begräbnis veranstaltete

Was macht ein Rockstar, wenn er für Aufsehen sorgen möchte?

Ein neues Album aufnehmen?

Eine spektakuläre Bühnenshow veranstalten?

Oder vielleicht einfach sein eigenes Begräbnis organisieren?

Alice Cooper entschied sich für die dritte Möglichkeit.

1973, auf dem Höhepunkt seiner frühen Karriere, sorgte Cooper in den USA mit einer ungewöhnlichen Werbeaktion für Aufsehen. In Los Angeles wurde eine Art „Beerdigung“ für den Rockmusiker inszeniert.

Ein Sarg wurde aufgestellt.

Trauergäste erschienen.

Blumen und Kränze wurden präsentiert.

Und natürlich stand die ganze Aktion unter dem Zeichen von Alice Cooper – dem Musiker, der ohnehin dafür bekannt war, mit Tod, Horror und schwarzem Humor zu spielen.

Die Aktion passte perfekt zu seinem Image.

Doch Cooper ging noch weiter.

Bei seinen Konzerten gehörten Hinrichtungen, Guillotinen, elektrische Stühle und andere makabre Elemente bereits zu seiner Bühnenshow. Sein „Tod“ war deshalb nicht einfach nur Werbung – er war eine Erweiterung der Kunstfigur Alice Cooper.

Die Idee dahinter war clever:

Wenn die Menschen tatsächlich glaubten, dass der berühmte Schock-Rocker „gestorben“ war, würden sie darüber reden.

Und genau das taten sie.

In einer Zeit, in der soziale Medien nicht existierten und ein Gerücht noch über Zeitungen, Radio und Mundpropaganda verbreitet werden musste, war eine solche Aktion ein ziemlich wirksames Mittel.

Die Geschichte zeigt, wie sehr sich Rockmusik und Provokation schon Anfang der 1970er Jahre miteinander verbunden hatten.

Alice Cooper spielte nicht nur auf der Bühne mit dem Tod.

Er machte den Tod selbst zum Teil seiner Vermarktung.

Und damit bewies er eine der wichtigsten Regeln des Rock'n'Roll:

Wenn alle über dich reden, hast du zumindest etwas richtig gemacht.

Ob die Welt ihn nun für genial, geschmacklos oder völlig verrückt hielt, war dabei fast nebensächlich.

Alice Cooper war plötzlich tot.

Zumindest für die Schlagzeilen.

Und natürlich nur für kurze Zeit.