Es ist eine der berühmtesten Geschichten aus der wilden Frühzeit des Rock'n'Roll.
Ein Hotel in Flint, Michigan.
Eine Geburtstagsfeier.
Ein völlig außer Kontrolle geratener Rockstar.
Und schließlich ein Lincoln Continental, der angeblich im Swimmingpool des Hotels landet.
Nur gibt es ein Problem:
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob es überhaupt passiert ist.
Der Mann im Mittelpunkt der Geschichte war Keith Moon, der legendäre Schlagzeuger von The Who.
Am 23. August 1967 feierte Moon während der ersten großen US-Tour der Band seinen 21. Geburtstag im Holiday Inn in Flint. Und schon damals war Moon nicht gerade für zurückhaltende Feiern bekannt.
Er hatte bereits während des Tages reichlich Alkohol getrunken und war offenbar schon vor dem Konzert stark betrunken.
Nach dem Auftritt ging die Geburtstagsfeier im Hotel weiter.
Und sie eskalierte.
Aus einer ausgelassenen Feier wurde eine riesige Kuchenschlacht. Essen flog durch den Raum, Feuerlöscher wurden ausgelöst und Hotelinventar wurde beschädigt. Moon verletzte sich bei dem Chaos sogar am Mund und verlor einen Teil eines Zahns. Später musste er zum Zahnarzt gebracht werden – offenbar so betrunken, dass eine Betäubung nicht möglich war.
Doch dann kommt die berühmteste Szene.
Moon erzählte später selbst, er sei nur mit Unterwäsche bekleidet aus dem Hotelzimmer geflohen. Vor dem Hotel habe ein nagelneuer Lincoln Continental gestanden.
Er setzte sich hinein.
Löste die Handbremse.
Der Wagen rollte los, durchbrach die Begrenzung rund um den Swimmingpool – und landete mitsamt Moon im Wasser.
So erzählte es Keith Moon selbst 1972 in einem Interview mit dem Magazin Rolling Stone.
Eine perfekte Rock'n'Roll-Geschichte.
Nur: Andere Beteiligte widersprachen.
John Entwistle, Moons Bandkollege, behauptete später, dass die Geschichte mit dem Auto im Pool gar nicht passiert sei. Auch andere Recherchen fanden keine eindeutigen Belege dafür. Einige Quellen kommen deshalb zu dem Schluss, dass Moon die Geschichte möglicherweise ausgeschmückt oder verschiedene Ereignisse miteinander vermischt hatte.
Aber es gibt einen Haken an der Gegenstory:
Es existieren auch Menschen, die behaupteten, das Auto tatsächlich gesehen zu haben.
Der Zeitzeuge Peter Cavanaugh sagte später, er habe das Fahrzeug teilweise im Pool gesehen. Auch ein weiterer damaliger Konzertbesucher behauptete, den Vorfall beobachtet zu haben.
Was also stimmt?
Vielleicht ist genau das die Wahrheit:
Wir wissen es nicht.
Was wir dagegen wissen, ist, dass Keith Moons 21. Geburtstag tatsächlich völlig außer Kontrolle geriet. Es gab erheblichen Sachschaden, einen verletzten Zahn, einen Polizeieinsatz und eine Hotelrechnung, die sich auf viele tausend Dollar belief.
Und vielleicht ist das sogar die bessere Geschichte.
Denn manchmal braucht eine Rocklegende gar keinen Beweis.
Sie braucht nur einen Rockstar, der sie selbst erzählt.
Auto im Pool – unglaublich.
Ob es wirklich passiert ist – bis heute umstritten.
Und genau deshalb gehört die Geschichte zu den faszinierendsten Legenden der Rockgeschichte.